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5.2.2012 : 15:01

News

Kunden spüren auch beim Online-Shopping eine Inflation

Eurobedingte Preissteigerungen machen auch vor dem Internet keinen Halt. Sowohl internetspezifische Produkte wie Einwahl- und Zugangskosten, Online-Inserate und -Anzeigen oder erotische Internetangebote als auch über Online-Shops bezogene Produkte wie Lebensmittel oder Kosmetik-, Pflege- und Gesundheitsprodukte werden von den Verbrauchern als teurer empfunden. Im Vergleich zum traditionellen Einkauf im Kaufhaus oder Supermarkt schneidet der Kauf über das Internet allerdings deutlich besser ab. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Befragung unter 301 regelmäßigen Online-Shoppern aus dem Online-Panel "Panopia" der Smart-Research GmbH.

 

Teuerungen ja, aber?

 

Sowohl der traditionelle Einkauf im Kaufhaus oder Supermarkt, als auch der Einkauf in Online-Shops ist nach Meinung der Verbraucher seit Einführung des Euros deutlich teurer geworden. Unterschiede ergeben sich jedoch vor allem in der Höhe der wahrgenommenen Teuerungsrate. So wird der Preisanstieg bei Produkten, die über das Internet bezogenen wurden, als durchweg geringer als beim traditionellen "Offline-Einkauf" eingeschätzt.

 

Ermittelt wurden diese Ergebnisse durch eine Befragung von 301 regelmäßigen Online-Shoppern, die zu 13 ausgewählten Produktgruppen jeweils die Preisentwicklung beim Kauf im Supermarkt, Kaufhaus oder beim Einzelhändler (Offline-Einkauf) bzw. beim Bezug über das Internet (Online-Einkauf) angeben sollten. Besonders negativ wurde hierbei die Preisentwicklung von Lebensmitteln sowie Kosmetik-, Pflege- oder Gesundheitsprodukten eingeschätzt. 91% der Befragten sind der Meinung, dass die Preise beim Offline-Einkauf von Lebensmitteln gestiegen bzw. stark gestiegen sind, beim Online-Einkauf teilen 78% der Befragten diese Meinung. Bei den Kosmetik-, Pflege- oder Gesundheitsprodukten sehen 78% der Offline-Einkäufer und 67% der Online-Einkäufer deutliche Preissteigerungen seit der Einführung des Euros. Am geringsten fällt die "gefühlte Inflation" beim Kauf von Computer Hard- und Software aus.

 

Ein Vergleich der wahrgenommenen Teuerungsrate von Online- und Offline-Einkauf zeigt deutlich geringere Preissteigerungen beim Online-Shopping. Bei zwölf der 13 betrachteten Produktkategorien werden die Preissteigerungen beim Online-Kauf als geringer empfunden. Die größten Preisunterschiede ergeben sich beim Online-Einkauf von Lebensmitteln. Mit einigem Abstand folgen Kosmetik-, Pflege- und Gesundheitsprodukte, Eintrittskarten bzw. Theater- und Konzerttickets sowie Kleidung, Textilwaren und Schmuck. Nach Ansicht der Befragten besteht somit insbesondere in diesen Bereichen ein umfassendes Einsparpotenzial durch den Online-Einkauf.

 

Deutliche Preissteigerungen bei erotischen Internetangeboten

 

Auch reine Online-Produkte und -Dienstleistungen sind von subjektiv empfundenen Preissteigerungen betroffen. Im Durchschnitt wurden alle acht betrachteten Produktgruppen als teurer eingeschätzt. Allen voran wurde die Preisentwicklung bei erotischen Internetangeboten kritisiert. Insgesamt 68% der Nutzer dieser Angebote sind der Meinung, dass die Einführung des Euros zu Verteuerungen in diesem Segment geführt hat. An zweiter und dritter Stelle der Teuerungsrate rangieren die Interneteinwahl- bzw. Zugangskosten sowie die Preise für Online-Inserate und -Anzeigen. Verhältnismäßig gering wird die Preisentwicklung bei den Kosten für Nachrichten und aktuelle Informationen empfunden. Hier sind über 70% der Befragten der Meinung, dass die Preise zumindest konstant geblieben sind.

 

Online-Shopping als Alternative

 

Dass die "gefühlte Inflation" neben verbalen Äußerungen auch zu einer Veränderung des Verbraucherverhaltens führt, ist nur verständlich. Bezogen auf die online-spezifischen Handlungsalternativen bedeutet dies, dass knapp 80% der befragten Online-Shopper das Internet zur Suche nach Sonderangeboten nutzen. 73% Prozent nutzen das Internet seit der Einführung des Euros verstärkt als Möglichkeit zum Preisvergleich. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten sieht im Einkauf per Internet eine Möglichkeit, Preissteigerungen zu entgehen und günstiger einzukaufen. Verhältnismäßig gering wird hingegen die Möglichkeit des grenzübergreifenden Einkaufs im Euroland genutzt. Lediglich 36 Prozent der Befragten geben an, seit der Einführung des Euros hiervon Gebrauch gemacht zu haben. Unterschiede in Bezug auf das Online-Einkaufsverhalten ergeben sich insbesondere durch die allgemeine Einstellung zum Euro. Personen, die der Einführung des Euros grundsätzlich negativ gegenüberstehen nutzen die Möglichkeit des Online-Einkaufs deutlich häufiger als Personen, die eine positive Einstellung zum Euro haben.

 

Teilnahme an Euro-Sünderkarteien und Foren trotz Zustimmung gering

 

Der "Anti-Teuro-Gipfel", das Euro-Beschwerdeforum der Verbraucherzentralen in NRW oder die "Aktion Teuro" des Magazins Focus zeigen, dass Verbraucher eurobedingte Preissteigerungen nicht widerstandslos hinnehmen möchten. Seit Einführung des Euros sind im Internet zahlreiche Euro-Sünderkarteien und Foren entstanden. Diese Entwicklung wird von den Befragten mit großer Mehrheit als positiv bewertet. 80% der Befragten finden es sinnvoll, eine Liste der Euro-Sünder zu führen. 58% der Befragten vermeiden zudem den Einkauf bei Unternehmen, die in Euro-Sünderkarteien aufgeführt sind. Im krassen Gegensatz zur Einstellung zu Euro-Sünderkarteien und Foren steht jedoch die aktive Mitwirkung der Befragten. Lediglich 10% der Befragten geben an, sich aktiv daran zu beteiligen.

 

Methodik

 

Insgesamt wurden 301 Personen aus dem Online-Access-Panel "Panopia" der Smart-Research GmbH befragt. Eingeladen wurden regelmäßige Online-Shopper, d.h. Personen, die mindestens 1 bis 3 Mal im Monat online einkaufen. Der Untersuchungszeitraum lag zwischen dem 5. und 12. September 2002.

 

Diagramme

 

Wie beurteilen Sie die Preisentwicklung der folgenden Produkte seit Einführung des Euros beim "Offline-Kauf" (also dem Kauf im Supermarkt, Kaufhaus, Fachgeschäft o.ä.)?

Wie beurteilen Sie die Preisentwicklung der folgenden Produkte seit Einführung des Euros beim "Online-Kauf" (also dem Kauf im Online-Shop bzw. bei Bestellung über das Internet)?

Vergleich der "gefühlten Inflation" beim Online- bzw. Offline-Kauf

Haben Sie das Gefühl, dass sich die Preise für die folgende, kostenpflichtige Online-Dienstleistungen nach der Einführung des Euros geändert haben?

Bitte nehmen Sie Stellung zu folgenden Aussagen bezüglich Ihrer Internetnutzung:

Seit der Einführung des Euros nutze ich?

 

Seit Beginn der Euro-Teuro Debatte wurden im Internet eine Vielzahl an Euro-Sünderkarteien und Foren zum Thema (T)Euro gegründet. Wie bewerten Sie die folgenden Aussagen?

19.09.2002 10:59 Alter: 9 Jahre
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