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Peer-to-Peer Netzwerke auf dem Vormarsch
Peer-to-Peer (P2P) Netzwerke stellen die beliebteste Art des Musiktauschens im Internet dar. Insgesamt 78% aller musikinteressierten Internetnutzer setzten für ihre Downloads KaZaA, eDonkey und Co. ein. Mit 49% am häufigsten wird hierfür die Tauschbörse KaZaA bzw. KaZaA Lite eingesetzt. Aber nicht nur Musik, sondern auch Videos und Kinofilme werden in immer stärkerem Maße getauscht. Bereits 66% der videointerssierten Web-Nutzer setzen hierfür P2P-Netzwerke ein. "P2P-Netzwerke werden immer stärker zu Marktplätzen für sämtliche digitale Medien. Heutzutage findet man in den meisten Tauschbörsen neben Musik zahlreiche Kino- und Videofilme, Software, Computerspiele oder Bücher" kommentiert Renee Willms, Geschäftsführer der Smart-Research GmbH, die Ergebnisse.
Knapp die Hälfte nutzt KaZaA zum Download
KaZaA ist die beliebteste P2P-Tauschbörse im Internet. 49% der musikinteressierten Internetnutzer geben an, KaZaA für Ihre Downloads von Musik zu nutzen. An zweiter Stelle rangiert mit 23% eDonkey vor Morpheus mit 19%. Ähnlich sieht die Verteilung beim Download von Filmen aus. Mit 38% führt KaZaA vor eDonkey mit 24% und Morpheus mit 14%.
"Musik oder Videos zu tauschen ist nicht illegal"
Dieser Ansicht sind 75% aller regelmäßigen Internetnutzer. Insofern haben auch 77% keine Angst vor Strafverfolgung, wenn sie sich an Tauschbörsennutzen beteiligen. Ebenso wenig Angst haben die Nutzer von P2P-Netzwerken vor Sicherheitslücken und Viren in den herunter-geladenen Dateien. Nur 31% sind der Meinung, dass sich hieraus Gefahren für ihren eigenen Computer ergeben.
"Robin Hood"-Mentalität
Etwas anders sieht es mit der viel beschworenen "Robin Hood"-Mentalität der Nutzer aus. Im Gegensatz zu 89% der regelmäßigen Internetnutzer, die im Monat bis 50 Musiktitel aus dem Internet herunterladen, stellen nur 55% auch selber bis zu 50 Musiktitel bereit. 82% der Nutzer geben an, Musik aus dem Internet herunterzuladen, um sich gegen die überhöhten Preise für Tonträger (CD's, MD's, etc.) zu wehren. 71% sehen in P2P-Netzwerken einen Gegenpol zum Profitstreben der Musikindustrie. Ungefähr genauso viele Nutzer (77%) sehen im Download von Musik keinen Verstoß gegen die Urheberrechte der Interpreten. Das primäre Motiv der Teilnehmer von P2P-Tauschbörsen scheint also vielmehr die eigene Nutzenmaximierung, denn der gemeinsame Kampf gegen die übermächtige Musikindustrie zu sein.
Ein Drittel der Befragten kauft weniger Tonträger
Im Gegensatz zur Musik, die von 70% der regelmäßigen Internetnutzer bereits seit mehr als 6 Monaten heruntergeladen wird, stellt der Download von Filmen eine verhältnismäßig neue Form des Tausches dar. 49% der Befragten geben an, erst seit weniger als 6 Monaten Video- und Kinofilme aus dem Internet herunterzuladen. Hauptgrund hierfür dürfte die zunehmende Zahl von breitbandigen Internetzugängen sein. Betrachtet man die Anzahl an heruntergeladen Musiktiteln, so geben 61% der Befragten an, bis zu 10 Musiktitel pro Monat herunterzuladen, 28% kopieren sich 10-50 Titel und 11% sogar mehr als 50 Titel. Trotz der Downloads meinen 60%, dass sich ihr Kaufverhalten in Bezug auf Musik durch die Nutzung von P2P-Netzwerken nicht verändert hat. Von den 40%, die eine Verhaltensänderung vollzogen haben, geben 32% an, weniger Musik zu kaufen. Es erscheint also kaum verwunderlich, dass die Musikindustrie KaZaA und Co. für die zum Teil deutlichen Umsatzrückgänge verantwortlich macht.
Mehr Kinogänger durch den Download von Filmen!?
Neben der Möglichkeit Musik zu tauschen, nutzen 66% der Befragten die Möglichkeit, sich Filme über die Tauschbörsen zu beschaffen. Dabei lädt der Großteil von ihnen (86%) bis zu 5 Filme und 14% mehr als 5 Filme pro Monat herunter. Dass diese Zahl deutlich unter der von Musiktiteln liegt, dürfte weniger an mangelndem Interesse, als vielmehr an der überproportionalen Dateigröße bzw. Downloadzeit für Filme liegen. Zudem scheint der Download von Videos und Filmen kein Ersatz für den Gang ins Kino zu sein. 14% der Nutzer geben an, häufiger ins Kino zu gehen, gegenüber 12% die dies seltener tun. Der Download von Kinofilmen scheint somit eine Art "Appetizer"-Funktion zu übernehmen. Der Download von Videos hingegen scheint die gleichen Änderungen wie der Download von Musik hervorzurufen. Während 17% der Befragten angeben, weniger Videos und DVD's auszuleihen, geben nur 10% an, dies häufiger zu tun. Die Hauptgründe für die Nutzung von P2P-Netzwerken zum Download von Musik stellen für 63% der Befragten die ständige Verfügbarkeit, der günstige bzw. real nicht existierende Preis (62%) sowie die große Auswahl unterschiedlicher Musiktitel (61%) dar. Ähnliche Gründe existieren auch für den Tausch von Videos- und Kinofilmen. Für 56% der Nutzer sind die permanente Verfügbarkeit der Filme sowie die geringen Kosten für den Download der Filme entscheidend (51%).
Methodik:
Es wurden 1000 Personen aus dem Online-Access-Panel "Panopia" der Smart-Research GmbH befragt. Eingeladen wurden regelmäßige Nutzer von Online-Diensten, d.h. Personen, die min-destens 1 Mal die Woche das Internet nutzen. Der Untersuchungszeitraum lag zwischen dem 19. Dezember 2002 und 10. Januar 2003. Ein tabellarischer Report der Ergebnisse kann gegen Gebühr von 39,- Euro bestellt werden.