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5.2.2012 : 15:02

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Zwei Drittel der Internetnutzer sind bereit, für Web-Inhalte zu bezahlen!

Die Bereitschaft, für Internetinhalte zu bezahlen, wächst beständig. Bereits 66 Prozent der regelmäßigen Internetnutzer können sich vorstellen, für bestimmte Online-Inhalte Geld zu bezahlen. Am höchsten ist die Zahlungsbereitschaft bei Online-Spielen bzw. Spieleplattformen (37%), gefolgt von Musikdiensten (35%), Videodiensten (31%) und Informationsdiensten (31%). "Die Umfrage zeigt, dass auch Nutzer, die das Internet als Medium mit kostenlosen Inhalten kennen gelernt haben, unter bestimmten Voraussetzungen kostenpflichtige Dienste akzeptieren und nutzen würden", fasst Sascha Theismann, Geschäftsführer des Kölner Online-Marktforschungsunternehmens Smart-Research GmbH, die Ergebnisse der Befragung zusammen.

 

Die Zeiten, in denen man aktuelle Informationen und Dienste grundsätzlich kostenlos im Internet beziehen konnte, sind mittlerweile vorbei. Auf immer mehr Internetseiten werden solche Angebote nur noch gegen ein entsprechendes Entgelt präsentiert. Fraglich ist, wie die Internet-nutzer auf diesen Wandel reagieren. Sind diejenigen, die diese Dienste bis jetzt kostenlos genutzt haben, bereit auf kostenpflichtige Dienste umzusteigen? Und wie sollten diese Dienste ausgestaltet sein?

70 Cent pro Musiktitel sind der Optimalpreis!

Die großen Plattenfirmen und Labels wie z.B. Sony, EMI oder Bertelsmann betreiben seit einigen Monaten eigene Portale wie "MusicNet" oder "PressPlay", auf denen sie die Musik ihrer Künstler gegen Bezahlung zum Download bereitstellen. Diese und ähnliche Angebote werden bereits von 6% der Personen, die Musik aus dem Internet herunterladen, genutzt. Weitere 29% sind potenziell dazu bereit, für kostenpflichtige Musikdienste zu bezahlen. Die wichtigsten Voraussetzungen für die Nutzung solcher Dienste sind eine gute Klangqualität der Musiktitel (85%), gefolgt von einer einfachen Bedienbarkeit (80%) und einem unkomplizierten Abrechnungsverfahren (76%).

 

Der optimale Preis für einen Musiktitel liegt nach Ansicht der relevanten Zielgruppe bei 70 Cent, wobei die Unter- und Obergrenze des akzeptierten Preisbereiches bei 25 Cent bzw. einem Euro liegen.

 

Fragt man die potenziellen Nutzer nach wünschenswerten Zusatzdiensten, so halten 87% die Möglichkeit für wichtig, komplette Alben herunterladen zu können. 82% der Befragten sehen in dem Angebot, Bildmaterial wie z.B. das CD-Cover herunterzuladen zu können, eine sinnvolle Zusatzleistung. Müssten sich die Nutzer für ein Abrechnungsmodell entscheiden, so würden 58% eine Abrechnung je Titel bevorzugen. 27% präferieren ein Abomodell mit einer unbegrenzten Anzahl an Downloads und 11% bzw. 4% ein Abo mit 50 bzw. 100 Downloads pro Monat. Als gewünschte Musikrichtungen dominieren mit 91% bzw. 84% Pop- und Rockmusik.

 

Die bisherigen monatlichen Ausgaben der Nutzer von kostenpflichtigen Musikdiensten liegen eher im unteren Bereich. 52% geben an, bis zu 5 € pro Monat für die Downloads auszugeben. Weitere 28% geben zwischen 5 € und 10 € und lediglich 20% über 10 € im Monat aus.

Online Video- und Kinodienste: Ein potenzieller Zukunftsmarkt?

Neben Musikdiensten werden sich zukünftig auch kostenpflichtige Videodienste, also Dienste, bei denen Video- oder Kinofilme gegen ein entsprechendes Entgelt heruntergeladen werden können, eines großen Interesses erfreuen. Bereits heute existieren einige mehr oder weniger erfolgreiche Dienste wie z.B. Arcor Video on Demand oder T-Online Vision auf dem Markt. Insgesamt 31% der Befragten wären dazu bereit, für einen solchen Dienst zu bezahlen, wobei eine gute Bild- und Tonqualität (90% bzw. 85%) sowie eine einfache Bedienbarkeit (80%) gewünscht werden. Insgesamt 72% der potenziellen Nutzer würden eine Abrechnung je Film einem Abomodell vorziehen. Auf die Frage, ob ein solcher Dienst eher Video- oder aktuelle Kinofilme anbieten sollte, sprechen sich 68% für Kinofilme aus. Die bevorzugten Film-Genres sind Komödien (91%) und Actionfilme (85%).

 

Der akzeptierte Preisbereich unterscheidet sich für Kino- und Videofilme kaum. Als Untergrenze werden 1 €, als Obergrenze 6 € pro Film angegeben. Der Optimalpreis liegt bei 3 € je Film.

Aktuelle Nachrichten und Nachrichtenarchive liegen in der Gunst der Nutzer vorn

Spätestens seit in den letzten Monaten die Einnahmen aus der Online-Werbung bei vielen Internetdienstleistern eingebrochen sind, rücken kostenpflichtige Informationsinhalte und -services stärker in den Mittelpunkt zukünftiger Geschäftsmodelle. Eine Reihe von Unternehmen wie z.B. Der Spiegel, die FAZ oder die Financial Times Deutschland bieten bereits seit längerem kostenpflichtige Premium-Dienstleistungen an.

 

Doch für welche Informationsinhalte sind potenzielle Nutzer am wahrscheinlichsten bereit zu zahlen?

Ganz vorne liegen mit 37% aktuelle Nachrichten und Nachrichtenarchive, gefolgt von Wirtschaftsinformationen und Wirtschaftsarchiven mit 33%. Sportnews und Sportarchive sind für 22% der Befragten die erste Wahl. Als wichtigste Aspekte für die Nutzung solcher Dienste werden eine hohe Aktualität der Informationen (89%), eine einfache Bedienbarkeit der Dienste (77%) sowie ein niedriger Preis für den Abruf der Informationen (74%) erachtet. Bei den Abrechnungsmodellen zeigt sich eine leichte Tendenz zu Gunsten eines monatlichen Abos. 56% der Befragten bevorzugen ein monatliches Abo gegenüber 44%, die sich für eine Abrechnung pro Artikel aussprechen.

 

Inhaltlich werden bei Nachrichtendiensten schwerpunktmäßig Nachrichten aus dem Inland (79%) und der Politik (78%) erwartet. Bei Wirtschaftsdiensten werden Informationen aus dem Wirtschafts- und Finanzwesen (80% bzw. 78%) sowie die Möglichkeit, Studienergebnisse abzufragen (76%), als wichtige Bestandteile des Angebotes angesehen. Bei den Sportdiensten werden Nachrichten aus den Bereichen Fußball (82%) und Formel 1 (73%) bevorzugt.

 

Der optimale Preis pro Artikel liegt ja nach Nachrichtengattung zwischen 50 Cent (bei Nachrichten und Sportnews) und 70 Cent (bei Wirtschaftsinformationen). Die akzeptierten Unter- und Obergrenzen liegen bei 10 Cent bzw. 1,50 €.

Höchste Zahlungsbereitschaft für Online-Spiele und Spieleplattformen

Online-Spiele bzw. Spieleplattformen besitzen mit 37% die höchste Zahlungsbereitschaft bei Ihren potenziellen Nutzern. Bei der Nutzung dieser Dienste stehen für die User ein geringer Preis (76%), eine einfache Bedienbarkeit (71%) und ein unkompliziertes Abrechnungsverfahren (69%) im Vordergrund. Bei der Frage nach dem besseren Abrechnungsmodell entscheiden sich 76% der Befragten für ein monatliches Abo gegenüber 24%, die eine Abrechnung pro Minute bevorzugen.

 

Die akzeptierte Preisspanne für ein monatliches Abo liegt zwischen 2 € und 11 €, wobei der Optimalpreis bei 5 € pro Monat liegt.

 

Bei Online-Spielen wünschen sich 58% die Nutzung von exklusiven Online-Spielen und 42% möchten mit ihrer Spielkonsole online gegen andere Gegner antreten. Beliebt sind Online-Spiele, die aus den Bereichen Strategie, Action und Adventure stammen.

Methodik

Es wurden 1000 Personen aus dem Online-Access-Panel "Panopia" der Smart-Research GmbH befragt. Eingeladen wurden regelmäßige Nutzer von Online-Diensten, d.h. Personen, die min-destens 1 Mal die Woche das Internet nutzen. Die akzeptierten Preisspannen bzw. die Optimalpreise wurden mittels der Price-Sensitivity-Methode nach van Westendorp (1970) gewonnen. Im optimalen Preispunkt ist der Kaufwiderstand am geringsten, d.h. die mögliche Absatzmenge der Hersteller maximal. Der Untersuchungszeitraum lag zwischen dem 19. Dezember 2002 und 10. Januar 2003. Ein tabellarischer Report der gesamten Studienergebnisse kann gegen eine Gebühr von 39,- € per Email (bestellung@smart-research.de) bestellt werden.

03.02.2003 04:53 Alter: 9 Jahre
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